|
Die Transformation des ER-Modells in Relationen ist ein
mehr technischer Prozess, der nach festen Regeln abläuft und der
heutzutage auch bereits von Werkzeugen übernommen werden kann. Bei den
Entitätstypen ist es klar - sie werden in Relationen (Tabellen) überführt.
Bei den Beziehungsmengen (Relationship) sind einige Besonderheiten in
Abhängigkeit von der Konnektivität zu beachten.

Transformationsregeln
1. Regel:
 |
Jeder Entitätstyp wird als Tabelle
dargestellt. |
2. Regel
 |
Jede n : m - Beziehung wird durch eine eigene
Tabelle dargestellt. |
Die Beziehung wird dadurch hergestellt, dass die
Primärschlüssel von E1 und E2 als Fremdschlüsselattribute in der
Beziehungsrelation aufgenommen werden.
Beispiel: Einem Projekt
gehören mehrere Mitarbeiter an, die auch in mehreren verschiedenen
Projekten mitarbeiten.
PERSONAL (P-Nr, Name)
PROJEKT (Pro-Nr, Bezeichung, Termin)
ZUGEHÖRIGKEIT (P-Nr, Pro-Nr)
3. Regel
 |
Jede Beziehung, die eigene Attribute hat,
wird durch eine eigene Tabelle dargestellt. |
4 . Regel
 |
Ist eine
Entität aus E2 zwingendes Mitglied (d. h. genau 1) einer 1 : n
- Beziehung mit einer Entität aus E1, dann erhält E2 den primären
Schlüssel von E1 als Attribut. (Zwei Tabellen)
Sofern eine Entität aus E2 freies Mitglied (d. h. 0,1 -
konditionell) der 1 : n - Beziehung mit einer Entität aus E1 ist, wird
diese Beziehung gewöhnlich in einer eigenen Relation dargestellt.
(Drei Tabellen)
Diese Bedingungen gelten für 1:1 und 1: n -
Beziehungen. |
Wann nimmt man 2 Tabellen - wann drei?
Beispiel zwei Tabellen:
Abteilungszuordnung:
Mehrere Mitarbeiter gehören 1 Abteilung an.

Die Beziehung wird in den Tabellen dadurch hergestellt,
in dem der Primärschlüssel von E1 (A-Nr) in E2 als
Fremdschlüsselattribut aufgenommen wird.
ABTEILUNG (A-Nr, A-Name)
PERSONAL (P-Nr, Name, A-Nr)
Beispiel drei Tabellen:
Szenen einer Ehe
Scheinbar liegt hier eine 1 : 1 - Beziehung nach
abendländischem Recht vor.
Bei einer zwingenden Beziehung
muss in 'Eheland' Heiratspflicht bestehen und es müßten gleichgroße Entitätsmengen
vorhanden sein. Wenn ein Partner - Adam - stirbt (gelöscht wird), tritt
eine Löschanomalie auf, die nur dadurch geheilt werden kann, dass Eva
ebenfalls gelöscht wird ('indische Ehe').
Die gleiche Problematik liegt bei 1 : n - Beziehungen vor ('muslimische
Ehe').
Falsche Lösung mit Heiratspflicht
und "indischen Verhältnissen".
|
MÄNNER
| Name |
Ehefrau |
| Adam |
Eva |
| Ike |
Tina |
| Udo |
? |
| Rudi |
? |
|
FRAUEN
| Name |
Ehemann |
| Berta |
? |
| Eva |
Adam |
| Tina |
Ike |
|
| |
Da bei uns nicht jeder verheiratet sein muss, also eine
freie Beziehung besteht, und die Männer schon mal früher sterben
als Frauen, gibt es in der Tabelle nach dem obigen Modell
verbotene leere Felder (Nullstellen). Die Lösung ergibt sich durch
Einführen der Beziehungstabelle EHE mit den Fremdschlüsseln MÄNNER.Name
und FRAUEN.Name.
Richtige Lösung:
|
MÄNNER
|
EHE
| Ehefrau |
Ehemann |
| Eva |
Adam |
| Tina |
Ike |
|
FRAUEN
|
Vgl. Hughes, J. G.: Objektorientierte Datenbanken,
München, Wien, 1992. S. 15ff
|