OSZ Handel I - Fachbereich Informatik

 

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Didaktik

Evaluation - Schüler beurteilen Lehrer

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- Vorbereitung
- Fragebogen u. Ergebnisse


Dem Wunsch einiger Kollegen folgend wurde anlässlich einer Fachbereichkonferenz folgende Vorlage diskutiert und mit großer Mehrheit verabschiedet und anschließend durchgeführt. Dieser Vorschlag wurde ebenfalls allen Kollegen auf einer Abteilungskonferenz vorgestellt. Hier lief die Diskussion sehr konträr von Zustimmung bis zu klarer Ablehnung solcher Versuche.

Die Aktion wurde von den Schülern ausdrücklich gutgeheißen ("Können wir das bei den anderen Lehrern nicht auch machen?"). Zur Vorbereitung wurde der nachstehende Text verlesen und mit den Schülern kurz diskutiert. Der Fragebogen wurde als Entwurf mit den Schülern überarbeitet, z. B. legten sie Wert auf das allgemeine Auftreten des Lehrers.

Die Befragung erfolgte nach den Zensurenkonferenzen, so dass auch ev. Befürchtungen von Rückwirkungen ausgeräumt waren. Nach den Auswertungen wurden die Ergebnisse in den jeweiligen Lerngruppen gezeigt und in bemerkenswerter Offenheit diskutiert. Dabei zeigte sich deutlich, dass an einigen Punkten die Selbstwahrnehmung des Lehrers und die Sicht der Schüler auseinander fielen, wo vielleicht Übereinstimmung erwartet worden war.

Wir halten diesen Weg für nützlich, die Unterrichtsarbeit für alle Beteiligten transparent zu machen und das Vertrauensverhältnis zu verbessern.

Eine erste Auswertung für 3 Lerngruppen ist unten aufgeführt.

 

Vorlage zur Fachkonferenz Informatik
H. Härtl, 12.02.2002

Verbesserung der Evaluation unserer Unterrichtsarbeit
mit Hilfe von Schülerfragebögen

Chancen

  1. Der Lehrer nutzt eine Chance zur Erlangung subjektiver Erfahrungen und Bewertungen seiner Schüler die für die Effektivität seiner Arbeit besonders wichtig sind.
  2. Probleme bei der Interaktion zwischen Lehrern und Schülern im Unterricht werden sichtbar und können besser verstanden werden.
  3. Die gemeinsame Reflektion der Ergebnisse wird eher zu einer Verbesserung des Lernklimas und zur Intensivierung der Beziehung zwischen Lehrer und Schülern führen.
  4. Der Evaluationsprozess ermöglicht eine zielgerichtete Verhaltensreflektion des Lehrers.
  5. Die regelmäßige Einbeziehung von Schülerurteilen führt insofern zu einer Demokratisierung des Unterrichts, als damit Unterricht verstärkt zur gemeinsamen Angelegenheit von Lernenden und Lehrenden wird.

Risiken

  1. Wahrung der Vertraulichkeit und der Privatsphähre von Lehrern und Schülern (absolute Vertraulichkeit, Datenschutz).
  2. Missbrauchsmöglichkeiten
    - Revancheaktionen gegen einzelne Schüler
    - Mobbingmaterial für Kollegen
    - Selektionsmaterial für Schulleitung
  3. Fehleinschätzung/Überschätzung der Relevanz der Ergebnisse
  4. Zusätzliche Arbeitsbelastung

Organisation

  • Jeder Lehrer entscheidet für sich selbst über den Einsatz eines entsprechenden Fragebogens. Anonymität, datenschutzrechtliche Rahmenbedingungen sowie absolute Vertraulichkeit sind penibel zu gewährleisten.
  • Durchführung:

(Während Schüler den Fragebogen bearbeiten, verlässt L. den Raum. Ergebnisse werden von Schülern eingesammelt und dem Lehrer übergeben)

Variante A: Jeder Schüler füllt einen Fragebogen aus.

Variante B: Gruppen bilden; jede Gruppe füllt gemeinsam einen Fragebogen aus.

Variante C: Fragebogen  auf Folie / OHP ; die gesamte Lerngruppe erstellt ein gemeinsames Ergebnis.

  • Damit die Ergebnisse nicht in die Hände Dritter gelangen können, sind die entsprechenden Aufzeichnungen nach der Besprechung mit der jeweiligen Lerngruppe zu vernichten.

Die folgende Auswertung zeigt die Ergebnisse in Prozent aus drei Kursen (11. u. 12. Klassen) bei demselben Lehrer, ca. 50% Mädchen, 25% streben das Abitur in Informatik an. Fehlende Prozentzahlen wg. fehlender Einträge.

Bemerkenswert erscheint, dass

  • der Unterricht als praxisbezogen gilt
    (was nicht bedeutet, dass irgendwelche Office-Anwendungen o.ä. gemacht wurden)
  • selbständiges Lernen als ausgewogen -aber anstrengend- und als nicht zu viel bewertet wird, wobei anzumerken ist, dass der Unterricht hochgradig auf Eigenaktivitäten und Selbstlernen der Schüler angelegt ist.
  • das Fach als wichtig für die Schule und später gesehen wird

 

Fachbereich Informatik   -  Schüler beurteilen Lehrer

Bitte kreuzen Sie folgende Fragen an:

Ich bin in der Klassenstufe:                                           11-1, 11-2, 12-1, 12-2, 13-1, 13-2
Ich will wahrscheinlich Informatik als Abiturfach wählen:  JA  -  NEIN

                                                             (++ genau, + eher, 0 teils/teils für links; -, -- für rechts)

Der Unterricht ist ++ +  0  -  - -    
abwechslungsreich   50 40 5 5 eintönig  
anstrengend 5 35 30 30   leicht  
interessant, macht Spaß 15 55 20 5 5 langweilig  
praxisbezogen 45 25 30     zu theoretisch ! ?
geht zu schnell voran   30 55 15   zu lange bei einem Thema  
klar strukturiert (roter Faden erkennbar) 25 35 35 5   chaotisch  
macht dem Lehrer selbst Spaß 55 35       ... keinen ...  
verlangt zu viel  selbständiges Lernen 5 15 55 15 10 ... zu wenig ... !
wiederholt zu viel   5 45 35 5 ... zu wenig !
 
Das Fach Informatik ist ++ +  0  -  - -    
in der Schule wichtig 55 35 5     überflüssig !
für späteren Beruf oder Studium nützlich 50 25 20     ... kaum zu gebrauchen !
leicht im Verhältnis zu anderen Fächern 5 15 35 25   ... schwierig  
Wegen der Themen interessant 20 30 25 10 10 ... uninteressant  
günstig für gute Noten 10 20 55 10   ... ungünstig ... ?
 
Mein Lehrer ++ +  0  -  - -    
ist  freundlich 90 10       unfreundlich  
geht auf Schülerbeiträge ein 50 40 5     übergeht Schülerbeiträge  
hat ein gepflegtes Auftreten 80 15 5     ... kein ...  
interessiert sich für meine privaten Probleme 10 40 25 10 5 ... nie  
ist geduldig 25 60 10 5   ... ungeduldig  
ist zu streng     80 10 10 ist zu  lasch !
versucht auch schwache Schüler zu fördern 15 30 25 25 5 ... nie ...  
               
ist immer gut vorbereitet 35 60 5     ... nie .... !
ist fachlich kompetent 75 25       ... inkompetent !
kann Kompliziertes gut erklären 15 55 20 15   ... nicht erklären  
macht wohlstrukturiertes Arbeitsmaterial 5 20 60 10   ...  chaotisches ...  
macht gute und leserliche Tafelbilder 5 20 40 35   ... miserable ... !
wechselt häufig die Unterrichtsmethode 5 20 25 45   ... nie ... ?
               
versteht meine Fragen 25 45 25     ... nicht  
spricht klar und verständlich 45 35 15 5   undeutlich, unverständlich  
spricht sprachlich korrekt 50 50       ... unkorrekt  
kann sich durchsetzen 10 60 25 5   ... nicht durchsetzen  
könnte ruhig etwas mehr verlangen   20 55 20   verlangt zuviel  
gibt gerechte Noten 20 35 25 10 10 ... keine gerechten Noten  
behandelt alle gleich 40 10 30 15 5 bevorzugt Einzelne  
nimmt sich Zeit für einzelne Schüler 45 25 10 15 5 ... keine ....  
achtet zu wenig auf Ruhe und Disziplin 5 10 80 5   ... zuviel ...  



05. April 2006    Siegfried Spolwig

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