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Leitungen und Verfahren

H. Härtl

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Wer Daten übertragen will benötigt eine gemeinsame Leitung und ein gemeinsames Protokoll.

Festverbindung (Standleitung)

Wählverbindung

Eine vom Netzbetreiber fest eingerichtete Verbindung zwischen zwei bestimmten Anschlüssen.

Sogenannte permanente Festverbindungen bestehen ständig, unabhängig davon, ob gerade Daten übertragen werden sollen oder nicht. Bei temporären Festverbindungen wird die Standleitung nur bei Bedarf, d.h. während der konkreten Datenübertragung zur Verfügung gestellt und danach wieder abgebaut. Der Netzbetreiber des Leitungsnetzes garantiert lediglich eine Mindestzeit, in der eine temporäre Festverbindung nach der jeweiligen Anforderung jeweils garantiert zur Verfügung gestellt wird, z.B. spätestens nach 0.5 sec.

In unserem Schul-LAN sind alle Rechner über eine permanente Festverbindung miteinander verbunden. Zu unserem Provider benutzen wir momentan eine temporäre Festverbindung.

 

Eine Wählverbindung wird jeweils individuell zwischen zwei beliebigen Anschlüssen aufgebaut (vermittelt).

Während eine Festverbindung immer zu einem festgelegten Gegenanschluss besteht, kann eine Wählverbindung bei jedem Verbindungsaufbau zu einer anderen Endstelle hergestellt werden. Ein typisches Beispiel für Wählverbindungen ist das Telefon.

 

Leitungsvermittlung (Festvermittlung)

Paketvermittlung

Die Verbindung zwischen zwei Endstellen wird über alle Netzknoten hinweg aufgebaut und bleibt bis zum Verbindungsabbau bestehen. Die beiden Endstellen sind dann während der Verbindung quasi fest über alle Netzknoten hinweg verbunden und belegen während dieser Zeit auch die gesamte Übertragungskapazität für diese Verbindung.

Bei Leitungsvermittelten Netzen sind deshalb die Verbindungszeiten der bestimmende Tariffaktor.

Ein anschauliches Beispiel für leitungsvermittelte Verbindungen zeigen alte Spielfilme, in denen Telefon­gespräche vom "Fräulein vom Amt" manuell über eine Stecktafel vermittelt wurden. Damals waren die Phasen "Verbindungsaufbau" und "Verbindungsabbau" noch anschaulich nachzuvollziehen.

 

Bei diesem Verfahren werden die zu übertragenden Daten zunächst in Pakete aufgeteilt, die mit der Absender und Zieladresse versehen werden. Diese Pakete werden anhand der Zieladresse von Netzknoten zu Netzknoten weitergeleitet (geroutet). Die Netzknoten dienen dabei weniger der Vermittlung von Leitungen als der Weitervermittlung der Datenpakete.

Die erforderliche Netzkapazität zur Übertragung der Daten muss bei diesem Verfahren nur während der konkreten Übertragung des jeweiligen Datenpaketes bereitgestellt werden. Davor und danach kann die Netzkapazität vom Netzbetreiber zur Übertragung anderer Datenpakete verwendet werden.

Bei paketvermittelten Netzwerkdiensten ist deshalb weniger die "Online-Zeit" der kostenverursachende Faktor, sondern das jeweils übertragene Datenvolumen.

 

Verbindungsorientierte Übertragung

Verbindungslose Übertragung

Mögliches Übertragungsverfahren in paketvermittelten Netzen. Dabei wird eine virtuelle Fest- oder Wählverbindung zwischen den Endstellen aufgebaut und alle Pakete nehmen den gleichen Weg durch das Netz. Lediglich bei Störungen oder bei Netzwerkengpässen wird ein neuer Weg durch das Netz gesucht.

 

Mögliches Übertragungsverfahren in paketvermittelten Netzen. Dabei wird keine "virtuelle" Verbindung zwischen den Endstellen aufgebaut.

Jedes Paket sucht sich gewissermaßen selbst seinen Weg durch das Netz bis zum Ziel.

 



©    30. Mai 2005    Hartmut Härtl

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