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Handel 1

„Deutschland erfindet sich neu“ - Das Manifest der Vielen am OSZ-Handel

„ Trotz, Wut, Fassungslosigkeit und eine klare Erkenntnis - wir gehen nicht weg von hier. Das  hier ist  auch unsere  Heimat.  Wir sollten sie gemeinsam gestalten.“

So formuliert Naika Foroutan, eine Politikwissenschaftlerin an der HU Berlin, die Antwort vieler Menschen mit Migrationshintergrund  auf Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“. 

Der 22. Juni 2011 war kein gewöhnlicher Schultag am OSZ-Handel. Es war der Tag des „Manifest der Vielen.“ Drei Schülerinnen aus der Buchhändlerklasse von Frau Huß-Straach haben mit Unterstützung von Herrn Bruns vom WiSo- Fachbereich eine  interessante, äußerst lebendige Lesung organisiert.

Der Anlass war alles andere als erfreulich. Im letzten Jahr sorgte Thilo Sarrazins Bestseller  für Furore. Der SPD-Politiker hat ein antimuslimisches Buch verfasst, das Vorurteile gegenüber Einwanderern und Menschen mit Migrationshintergrund schürt.

Als „Gegengift und Pflichtlektüre“ bezeichnet sich dagegen das im Blumenbar Verlag  erschienene „Das Manifest der Vielen“.  30 Autoren aus aller Herren Länder haben hierzu Texte über ihre Heimat, ihr Aufwachsen in Deutschland und ihre Beziehung zum Islam verfasst.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von unserem Schulleiter, Herrn Scharke. Er richtete einige Worte an die Schüler und erzählte  von seiner Familie, die auch zur Hälfte türkisch sei. Danach  stellte Wolfgang Farkas, der Gründer des Blumenbar Verlags, die Debatte kurz dar.

Anschließend  überraschten und erheiterten die Schriftsteller  die etwa 300 SchülerInnen mit ihren Texten, die neue  Perspektiven  entwarfen.. So schilderte  Deniz Utlu etwa ein Spandau im Jahre 2048, aus dem die Bewohner  emigrieren. Die Journalistin  Mely Kiyak zeigte durch die satirisch zugespitzte Formulierung  eines GG-Artikels, das Deutsch als Nationalsprache  festlegt, die Absurdität dieser  von der Bildzeitung und Teilen der CDU geforderten Verfassungsänderung.

Ein danach gezeigtes  Musikvideo, das der Berliner Rapper Volkan T zum Buch gemacht hat, gefiel vielen Zuschauern.

Zum Schluss  gab es eine rege Diskussion mit Naika Foroutan, die Sarrazins Thesen auf ihre Richtigkeit geprüft  und an vielen Punkten widerlegt hat. Die Autoren berichteten außerdem von ihrer Schulzeit und konnten die ein oder andere Anekdote zum Thema Fremdenfeindlichkeit erzählen.

Es war ein ungewöhnlicher und aufregender Vormittag am OSZ Handel.

Gruppenfoto

Der Lektor Farkas, der Schriftsteller Deniz Utlu, die Journalistin Mely Kiyak, die Wissenschaftlerin Naika Foroutan und die Schülerinnen Ulrike, Sidika und Urte (Buchhandel, Klasse 2941)

Podium

Besonderer Dank gilt hier nochmal dem Schulverein und der Schulleitung, die diese Veranstaltung ermöglicht haben.

Ulrike Damerau, 2941

 

 

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