OSZ Handel I
Informatik

Relationale Datenbanken
 Transformation von ERM in das relationale Modell

Johann Penon
S. Spolwig

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Die Transformation des ER-Modells in Relationen ist ein mehr technischer Prozess, der nach festen Regeln abläuft und der heutzutage auch bereits von Werkzeugen übernommen werden kann. Bei den Entitätstypen ist es klar - sie werden in Relationen (Tabellen) überführt. Bei den Beziehungsmengen (Relationship) sind einige Besonderheiten in Abhängigkeit von der Konnektivität zu beachten.

Transformationsregeln

1. Regel:

Jeder Entitätstyp wird als Tabelle dargestellt.


 
2. Regel

Jede n : m - Beziehung wird durch eine eigene Tabelle dargestellt.

Die Beziehung wird dadurch hergestellt, dass die Primärschlüssel von E1 und E2 als Fremdschlüsselattribute in der Beziehungsrelation aufgenommen werden.

Beispiel: Einem Projekt gehören mehrere Mitarbeiter an, die auch in mehreren verschiedenen Projekten mitarbeiten.

PERSONAL (P-Nr, Name)
PROJEKT (Pro-Nr, Bezeichung, Termin)
ZUGEHÖRIGKEIT (P-NrPro-Nr)

 

 3. Regel

Jede Beziehung, die eigene Attribute hat,  wird durch eine eigene Tabelle dargestellt.

 

 4 . Regel

Ist eine Entität aus E2 zwingendes Mitglied (d. h. genau 1) einer 1 : n - Beziehung mit einer Entität aus E1, dann erhält E2 den primären Schlüssel von E1 als Attribut. (Zwei Tabellen)

Sofern eine Entität aus E2 freies Mitglied (d. h. 0,1 - konditionell) der 1 : n - Beziehung mit einer Entität aus E1 ist, wird diese Beziehung gewöhnlich in einer eigenen Relation dargestellt. (Drei Tabellen)

Diese Bedingungen gelten für 1:1 und 1: n - Beziehungen.

Wann nimmt man 2 Tabellen - wann drei?

Beispiel zwei Tabellen:

Abteilungszuordnung:
 

Mehrere Mitarbeiter gehören 1 Abteilung an.


 

Die Beziehung wird in den Tabellen dadurch hergestellt, in dem der Primärschlüssel von E1 (A-Nr) in E2 als Fremdschlüsselattribut aufgenommen wird.

ABTEILUNG (A-Nr, A-Name)
PERSONAL (P-Nr, Name, A-Nr)

Beispiel drei Tabellen:
 
Szenen einer Ehe

Scheinbar liegt hier eine 1 : 1 - Beziehung nach abendländischem Recht vor.

Bei einer zwingenden Beziehung muss in 'Eheland' Heiratspflicht bestehen und es müßten gleichgroße Entitätsmengen vorhanden sein. Wenn ein Partner - Adam - stirbt (gelöscht wird), tritt eine Löschanomalie auf, die nur dadurch geheilt werden kann, dass Eva ebenfalls gelöscht wird ('indische Ehe').
Die gleiche Problematik liegt bei 1 : n - Beziehungen vor ('muslimische Ehe').

Falsche Lösung mit Heiratspflicht und "indischen Verhältnissen".

MÄNNER

Name Ehefrau
Adam Eva
Ike Tina
Udo ?
Rudi ?

FRAUEN

Name Ehemann
Berta ?
Eva Adam
Tina Ike
 

Da bei uns nicht jeder verheiratet sein muss, also eine freie Beziehung besteht, und die Männer schon mal  früher sterben als Frauen, gibt es  in der Tabelle nach dem obigen Modell verbotene leere Felder (Nullstellen). Die Lösung ergibt sich durch Einführen der Beziehungstabelle EHE mit den Fremdschlüsseln MÄNNER.Name und FRAUEN.Name.

Richtige Lösung:

MÄNNER

Name
Adam
Ike
Udo
Rudi

EHE

Ehefrau Ehemann
Eva Adam
Tina Ike

 

FRAUEN

Name
Berta
Eva
Tina

Vgl. Hughes, J. G.: Objektorientierte Datenbanken, München, Wien, 1992. S. 15ff


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© 26.03.2007     S. Spolwig