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Handeln statt wegsehen - Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

Der Schülersprecher Timur Scigalla

Diesen Titel hat die Abteilung 3 des OSZ Handel 1 in einer feierlichen Veranstaltung am 24.04.2013 in Anwesenheit der beiden prominenten Paten Clara Herrmann (Abgeordnete für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) und Nils Busch-Petersen (Hauptgeschäftsführer des HBB) verliehen bekommen.

 

Die Mensa des OSZ Handel war mit bunten Luftballons, großen Plakaten und dem Banner "Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage" feierlich geschmückt, als die Schüler der Abteilung 3 zur Titelverleihung kamen. Über 70 % von ihnen hatten im Januar an drei Aktionstagen die Selbstverpflichtung unterschrieben, sich gegen Diskriminierungen aller Art einzusetzen.

 

Der Schülersprecher Timur Scigalla, der die Veranstaltung moderierte, gab in seiner flammenden Einleitungsrede einen Überblick - von Nordkorea bis zu den NSU-Morden - über die politischen Krisen in der Welt, um dann die Zuhörer aufzufordern, sich für die Lösung der Probleme einzusetzen.

Zwei gute Nachrichten ...

die Patin Clara Herrmann

... hob die Patin Clara Herrmann in ihrer Ansprache an die Schüler hervor:
"Ihr seid Schule ohne Rassismus und ihr seid nicht allein damit." Im Alltag in
und außerhalb der Schule fallen immer wieder leichtfertig geäußerte Beleidigungen wie "Kanake", "Schwule Sau" oder "Lesbe". Sich da einzumischen, hinzusehen statt wegzuschauen, ist nicht einfach. "Ihr habt euch dazu verpflichtet, euch gegen Mobbing und Diskriminierung einzusetzen. Es ist wichtig für unsere Demokratie, dass es einem nicht egal ist, wie es den Mitmenschen geht." Clara Herrmann, die in der Partei "DIE GRÜNEN" Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus ist, betonte ihr Interesse an einem engen Kontakt mit unserer Schule. Gern möchte sie mit den Schülern reden, zu uns in die Schule kommen und interessierte Klassen ins Abgeordnetenhaus einladen.

Rassismus kommt nicht in die Tüte

Der zweite Pate, Nils Busch-Petersen

Der zweite Pate, Nils Busch-Petersen, machte in seiner Funktion als Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg klar, warum es gerade für den Handel wichtig ist, sich gegen Diskriminierung und Rassismus zu engagieren. Vor 80 Jahren begannen die Nazis ihren schrecklichen Rassismus umzusetzen - und der traf in besonderem Maße den Handel. Stellten Juden in Deutschland 1933 zwar nur 1 % der Bevölkerung dar,
so waren ca. ein Viertel der Einzelhändler und Warenhausbesitzer Juden. "So waren ihre Verfolgung z. B. bei dem Boykott 1933 und bei der sog. "Reichskristallnacht, bei der viele Schaufenster und Geschäfte zerstört wurden, und die Ermordung der jüdischen Mitbürger auch ein furchtbarer Aderlass für unseren Wirtschaftszweig."

 

 

Roland Tremper von verdi

"Handel kann nur auf Augenhöhe und auf der Basis von Vertrauen geschehen.
Mit Rassismus ist kein Handel möglich. Das gilt gerade auch für Berlin, wo wir
25 % unser Handelsumsätze mit Touristen und Gästen aus aller Welt machen." Auch aus diesen Gründen haben Busch-Petersen und der Handelsverband zusammen mit Roland Tremper von verdi, der ebenfalls zu dieser
Veranstaltung gekommen war, das Projekt Handeln statt wegsehen initiiert,
für das u. a. der Slogan Rassismus kommt nicht in die Tüte steht. Abschließend rief Herr Busch Petersen die Schüler zum Engagement auf: "Ihr habt es in der Hand, Diskriminierung zu verhindern."

 

 

türkische Musik

Zwischen den Redebeiträgen spielten und sangen Schüler der Schule türkische Musik, die von den Zuhörern begeistert aufgenommen wurde.

Matthias Schwerendt von der Organisation Schule ohne Rassismus übereichte dem Schulsprecher des OSZ Handel 1 Timur Scigalla die Urkunde

Dann war es endlich so weit: Matthias Schwerendt von der Organisation Schule ohne Rassismus übereichte dem Schulsprecher des OSZ Handel 1 Timur Scigalla die Urkunde mit den Worten:

"Herzlich Willkommen! - Ihr seid die 53. Schule in Berlin, die "Schule ohne Rassismus" ist. Deutschlandweit sind wir schon über 1000."

 

 

der Direktor des OSZ

Zum Schluss wandte sich der Direktor des OSZ an die Schüler und berichtete von einem Vorfall, bei dem in der Schulmensa ein Schulfremder provokativ neonazistische Symbole getragen hatte. Schüler und die Schulleitung hatten sofort angemessen reagiert. In diesem Sinn machte Herr Scharke klar, dass der erworbene Titel eine Verpflichtung, eine Aufforderung zum Handeln ist:

Schauen Sie hin! Greifen Sie ein!

 

30.04.2013  Dirk Bruns, Vertrauenslehrer und Mitglied des SOR-Teams

Fotos: Thomas Lingens, OSZ Handel 1