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Besuch bei Jacoby & Stuart 2015

Buchhandelsazubis besuchen das Verlagshaus Jacoby & Stuart

Buchhandelsazubis besuchen das Verlagshaus Jacoby & Stuart

 

Der Prenzlauer Berg schläft noch, als wir an diesem Freitagmorgen das Haus suchen, in dem Bücher entstehen. Die Wege sind glatt, hier und da schmilzt ein bisschen Schnee vor sich hin. Dafür ist es dann später angenehm warm, als wir alle (Buchhandelsazubis aus dem 1., 2.und 3. Lehrjahr) den größten Raum des Verlagshaus von Jacoby & Stuart komplett und bis in alle Ecken füllen. Verlagshaus deswegen, weil das Verlegerehepaar Edmund Jacoby und Nicola Stuart Jahre vor Verlagsgründung von Freunden ein Papierhaus geschenkt bekam, mit dem Kommentar: "Das sollt ihr machen!" Und das haben sie dann 2008 auch - zum Glück - und das Haus zum Logo gemacht.

Edmund Jacoby kommt stellvertretend für das Verlegerehepaar

 

Wir sitzen und stehen eng beieinander, den Blick auf all die Kinder-, Kochbücher und Graphic Novels gerichtet, die auf Tischen wie ein Buffet angerichtet sind. Darunter die riesigen Bilderbücher vom französischen Autor Benjamin Lacombe, die bei zwei Dritteln für Wows und Ohs sorgen, während das restliche Drittel über den "Kitsch" die Augen verdreht. Und weil wir in dieser großen Gruppe auf gar keinen Fall in die anderen Räume passen, holt der Vertriebsleiter Frank Milschewsky ein paar von den insgesamt sieben, die da eigentlich sitzen und arbeiten, im Rahmen eines "Speed-Datings" nach und nach für eine gute Viertelstunde zu uns und dem Bücherbuffet. Edmund Jacoby zum Beispiel kommt stellvertretend für das Verlegerehepaar, erklärt aber »Wir machen nur Bücher, die wir gemeinsam gut finden.« Oder »Wir sind eine Marke, die mühsam aufgebaut werden muss. Wir sind zu klein für große Buchhandelsketten.«

der Franzose Thomas Lemaître, der ganz allein die Herstellung betreut

 

Darauf folgt der Franzose Thomas Lemaître, der ganz allein die Herstellung betreut. Jacoby & Stuart verlegt zwar auch Originale (also Bücher, die bei ihnen zum ersten Mal und auf Deutsch erscheinen), aber vor allem die deutschen Lizenzausgaben von französischen, italienischen und englischsprachigen Büchern. Meist übersetzt das Verlegerpaar diese sogar selbst. »Man muss ein bisschen alles machen...«, bestätigt auch Hersteller und Übersetzer Thomas Lemaître. Wir erfahren dann noch ein bisschen was über die Presse- und Vertriebsarbeit, reichen Buch für Buch ganz vorsichtig durch die gedrängten Reihen und stellen fest: Der rote Faden des Verlagsprogramms ist jedenfalls ganz klar die Liebe zur Illustration. Und die teilen wir. Pünktlich zur täglichen Mitarbeiter/innen-Runde um 12 löst sich unser Knäuel dann auf und wir gehen wieder in den Berliner Winter hinaus. Froh darüber, einem kleinen aber sehr feinen Verlag über die Schulter geschaut zu haben, der in unseren Ausbildungsbuchhandlungen nun ganz sicher einen Ehrenplatz bekommen wird.

 

Kathrin Bach

Kl. 2441

 

 Artikel des Verlagshauses Jacoby & Stuart