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Eine fantastische Begegnung im OSZ

Sie trug lustige Knäuelzöpfe. Das braunbunte Kleid schmeichelte ihrer zierlichen Figur und verwies allein durch die Farbwahl, Zufall oder nicht, auf ihr Credo: Nur braune Pinselkonturen für meine Helden, niemals schwarze!

 

Vor uns stehend glich sie einer charmant gestylten, modernen Fee, die strahlte und uns mit Esprit und Charisma in ihre Alltagswelt mitriss.

 

Die Rede ist von der Berliner Kinderbuchillustratorin Judith Drews.

 

Am 26.Januar 2012 besuchte sie zum wiederholten Mal unsere Buchhändlerklassen und sprach begeistert und uns begeisternd über Freud und „Leid“ ihres fantastischen Berufes, über Freunde und Mitstreiter wie die Texter Silke Opitz und Ben Kemoun sowie die Wichtigkeit ihrer kleinen Familie, zu der Töchterchen Lilli und Hans Baltzer, ebenfalls Illustrator, als inspirierender Kraftquell und aufrichtige Kritiker gehören.

Was steht für Judith Drews?

 

Vielseitigkeit, der Mut zu neuen künstlerischen Wegen, das Bewahren eigener Ansprüche.

 

Ihren neunzigminütigen Vortrag startete sie mit Bildern von ihrer aktuellsten Schöpfung – einem Schirm für eine Sparlampe von Panasonic.

 

Sie berichtete über ihre Vorliebe für Siebdruck, klare Farbigkeit und Farbreduziertheit sowie computercolorierte Bilderbücher. Diese hatten es zu Anfang schwer in Deutschland, da waren u.a. Frankreich und England Vorreiter. Inzwischen jedoch spricht in Deutschland keiner mehr darüber, denn computercolorierte Bilderbücher sind hoch erfolgreich.

 

Ohne jegliche Selbstverliebtheit, aber voller Herzlichkeit schwärmte Judith von ihren "Kindern":

Mr. Mac’s Bad Rabbits erschien 2008 in Großbritannien, den USA und Kanada. Dr. Bobo wurde 2009 in Frankreich veröffentlicht. Pino der Pirat kam 2010 in Deutschland heraus. Und natürlich Anton und Emil, die inzwischen Serienstar-Qualitäten entwickelt haben. Anton hat auch in China, Finnland und Norwegen begeisterte Leser. Großen Zuspruch finden Antons erste Wörter – ein witziges vierfarbiges Wörterbuch, in dem Anton die spannende Welt seines Zuhauses entdeckt.

 

 

Untrennbar verbunden ist der Name der sympathischen Künstlerin mit dem fantastischen Berlin Wimmelbuch, das nicht nur Kinder immer wieder aufs Neue auf Entdeckungsreise schickt. Die kreative Vielfalt ihrer Themen und Illustrationen stellt Judith Drews ebenso in von ihr gestalteten Pixi-Büchern unter Beweis oder wenn sie in Vom Himmel hoch eines der bekanntesten Lieder von Martin Luther in eine weihnachtliche Bildergeschichte umsetzt.

 

 

Judith Drews hat uns verzaubert und längst ist noch nicht alles über sie gesagt. Dass sie sich seit 2005 in der Illustratoren Organisation e.V. engagiert, dass sie 2007 mit dem „Förderpreis für junge Buchgestalter“ von der Stiftung Buchkunst geehrt wurde, dass sie manchmal für ihre Arbeit absolute Freiheit fordert, dabei schlechte Bezahlung in Kauf nimmt, dann aber ein so einzigartiges Werk entsteht wie ihr Bauhaus-Buch, bei dem sie auf jegliche Schutzlackierung verzichtet hat.

 

Von uns befragt, wann man es auf dem Kinderbuchmarkt als Illustratorin geschafft hat, antwortete Judith sinngemäß, dass Wiedererkennung ein deutliches Zeichen ist.

 

Ihre Bücher haben einen hohen Wiedererkennungswert. Das zeigt auch das im Februar 2012 erschienene Kinderbuch Alles Farbe, das erste Gemeinschaftswerk des von ihr gegründeten Atelier Flora (Judith Drews, Andrea Peter, Cally Stronk, Regina Voss).

 

Und wer unseren Schwärmereien für eine zauberhafte junge Künstlerin keinen Glauben schenken möchte oder wer noch nicht genug von ihr gelesen hat und ihre fantasiereichen Illustrationen sehen möchte, den verweisen wir auf ihren Blog:  BYJUDITH.BLOGSPOT.COM.

 

29.02.2012  Manuela Bergholz