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Sally Perel am 10.9. und 11.9.2018 an unserem OSZ Handel 1

Sally Perel

Es ist schon Tradition, dass Sally Perel das Oberstufenzentrum Handel 1 besucht - seit fast 20 Jahren ohne Unterbrechung.

Der bekannte Buchautor von „Ich war Hitlerjunge Salomon“ berichtete am 10. und 11. September über 90 Minuten von seinem Überleben als Jude im NS Deutschland.

 

Der heute 93 jährige Perel erzählte den anwesenden 300 Schülerinnen und Schülern sehr bewegend und lebendig, als Überlebender des Holocaust und einer der letzten Zeitzeugen, von einer Ära, die wir Zuhörer aus Geschichtsbüchern oder von Berichten unserer Großeltern kennen.

Sally Perel

Die Schüler*innen erfuhren von ihm persönlich, wie er der Verfolgung entkam. Dabei schilderte er die Zerrissenheit seiner Gefühle und den inneren Kampf, den der „Hitlerjunge Jupp“, wie er genannt wurde, mit dem „Juden Sally“ austrug.

 

Der gleichnamige Film wurde als Grundlage für das Drehbuch verwendet. Film und Buch zeigen, wie Sally Perel im Faschismus überleben konnte, und wie er durch eine Aneinanderreihung von Umständen als 10-jähriger jüdischer Junge die Stadt Peine in Niedersachsen verlassen musste und über Lodz in Polen nach Grodno in die damalige Sowjetunion geflohen war.

Sally Perel

Schließlich kam er als 16-jähriger in eine Eliteschule der Hitlerjugend nach Braunschweig. Seine Eltern kamen im Ghetto von Lodz ums Leben.

Bei seinen vergangenen Besuchen erklärte Herr Perel immer seine Vision von einem friedlichen Zusammenleben im Nahen Osten, wo das palästinensische und das israelische Volk in zwei Staaten miteinander und nebeneinander leben sollen.

Dieses Jahr bezog er sich wieder auf diese Idee, sagte aber auch, dass aufgrund der aktuellen politischen Situation und der entsprechenden Maßnahmen in Nahost, seine Vision nun schwer zu realisieren sei.

Er forderte alle jungen Leute auf, sich dem neuen braunen Terror in der Bundesrepublik Deutschland zu widersetzen und diesen neuen Nazis, „die sich frech wieder zusammenfinden“ keine Chance in der deutschen Gesellschaft zu geben.

Vielen Dank an Sally Perel für diese außerordentliche Geschichtsstunde.

14.09.2018 - Text: Stefanie Exner, Fotos: Thomas Lingens