Sie sind hier: Startseite > Online-Redaktion > Stolpersteine > 

Grundkurs Geschichte: Projekt Stolperstein

Die Aufgabenstellung:

 

  1. Fotografieren Sie einen selbst ausgesuchten Stolperstein in der Umgebung der Schule.

  2. Informieren Sie sich zu der auf dem Stolperstein aufgeführten Person und stellen Sie diese in einem kurzen Absatz dar.

  3. Recherchieren Sie etwaige Kritik an den Stolpersteinen und stellen Sie diese in einem kurzem Absatz dar.

  4. Nehmen Sie mithilfe des einleitenden Darstellungstextes und Ihrer Recherche zu der Kritik an den Stolpersteinen begründet Stellung zur Leitfrage „Stolpersteine – ein pietätvolles Gedenken an die Opfer?"

Das Ergebnis:

Kurzbiografie

Sara Hohenstein (geb. Schmul) lebte mit ihrem Mann Gustav Hohenstein in der Pfuelstraße 6 in Berlin, Kreuzberg-Friedrichshain (10997). Sie wurde am 31.02.1866 in Soldau (Ostpreußen) geboren. Zum ersten Mal wurde sie am 08.09.1942 nach Theresienstadt deportiert, 21 Tage später wurde sie erneut nach Treblinka deportiert. Dort wurde sie auch ermordet.

Mögliche Kritik

Ein zentraler Kritikpunkt ist das Geld, welches mit den Stolpersteinen verdient wird. Ein Stolperstein bringt dem Künstler etwa 120 Euro ein. Manche Bürger behaupten, dass diese Künstler ihr Geld nachträglich mit der Geschichte der ermordeten Juden verdienen. Auch wird behauptet, dass man durch diese dauernde Konfrontation der NS-Zeit abstumpft. Je mehr man darüber hört und sieht, desto gleichgültiger wird es einem.

Des Weiteren bieten Stolpersteine Raum für Neonazis, um vorsätzlich darauf herumzutreten, um ihre Verachtung zu zeigen.

Nicht zu vernachlässigen ist, dass auch der normale Bürger zwangsläufig jeden Tag auf diese Steine tritt, was man symbolisch als „die ermordeten Bürger mit den Füßen treten“ interpretiert werden kann.

Stolpersteine – ein pietätvolles Gedenken
an die Opfer?

Um die Frage zu beantworten, muss man sich erst die Kritik ansehen. Der zentrale Kritikpunkt ist sicherlich das verdiente Geld mit den Stolpersteinen. Zu beachten ist, dass ein Teil der Stolpersteine aus Spendengeldern finanziert wird und der Steuerzahler dafür nichts zahlt, falls man sich komplett gegen das Modell der Stolpersteine stellt. Meiner Meinung nach wird mit vielen Dingen, viel Geld verdient, mit dem kein Geld verdient werden sollte; zum Beispiel verdienen Pharmaindustrien und Krankenhäuser auch viel Geld mit den Krankheiten der Menschen. So macht dieses Argument für mich wenig Sinn, da der Preis meiner Meinung nach ein angemessener ist, um die Arbeiter und Hersteller fair zu zahlen.

Wiederum kann ich bestätigen, dass die ständige Konfrontation mit der NS-Zeit durch Stolpersteine etwas abstumpft. Nicht in hohem Maße, jedoch soweit, dass man sie kaum wahrnimmt auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule. Wenn man sich jedoch noch einmal kurz über die Personen informiert und sich in den Sinn ruft, dass an diesem Ort, an dem man sich grade befindet, jemand das letzte Mal freiwillig gewohnt hat, bevor er deportiert und ermordet wurde, nimmt einen das wiederum sehr mit. Jedoch hat man auch nicht immer Zeit und Kraft auf dem Weg zur Schule oder zur Arbeit daran zu denken. Ich persönlich würde nicht behaupten, dass man völlig abstumpft, eher in seiner Wahrnehmung gegenüber Stolpersteinen, nicht mit der Geschichte.

Die Möglichkeit, dass Neonazis auf den Steinen mit Springerstiefeln treten, macht mir persönlich große Angst und ich hoffe auch eindringlich, dass das niemals passiert ist und in Zukunft auch nicht geschieht. Raum für diese Aktionen bieten aber nicht nur Stolpersteine. Der Grundgedanke der Steine ist ja glücklicherweise ein anderer.

Das zwangsläufige Drauftreten der Bürger empfinde ich nicht als „das Gedenken an die Ermordeten mit Füßen treten“, denn unter unseren Füßen sind nicht ihre Leichen begraben, für mich ist es eher ein Teil des Hauses, der auf das Wohnen dieser Person an diesem Ort aufmerksam macht.

So kann ich auch abschließend sagen, dass es meiner Meinung nach ein pietätvolles Gedenken an die Verstorbenen ist, das es für mich zum Haus und der Geschichte des Hauses dazu gehört, was auf die schreckliche Vergangenheit hinweist und appelliert, dass wir zufrieden sein können, da wir in Frieden und Sicherheit leben.

Autoren: Schülerinnen und Schüler des Grundkurses Geschichte von Herrn Espenschied - 18.12.2018