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Informationen zum Altbau

1874 wurde vom königlichen Militärfiskus die Kaserne des 3. Garderegiments-zu-Fuß angefangen zu bauen und 1878 fertiggestellt. Das Gebäude sollte zur Unterbringung des 3. Garderegiments-Königin-Elisabeth dienen, später dem 3. Garderegiment-zu-Fuß. Zwischen der Köpenicker Straße, der Skalitzer Straße und der Zeughofstraße wurde ein Grundstück ausgemacht, auf dem vorher der Itzig'sche Garten lag. Desies wurde durch die Wrangelstraße geteilt, in der heute der Haupteingang des OSZ Handel 1 ist.

 

Der Bauplatz wurde nun bebaut mit vier ein Viereck bildende Zeilenbauten, Offiziers, Latrinengebäuden und separaten, kleineren Wohnzellen auf dem südöstlichen Bereich des Geländes. Viel wichtiger allerdings waren die Bataillonsgebäude. Drei Bataillone, also fast zweitausend Mann, sollten Platz finden in der Kaserne.

 

Die Bataillonsgebäude umschlossen einen Platz, auf dem exerziert wurde und Paraden, die teilweise von Hindenburg persönlich abgenommen wurden, gehalten. Dieses Areal war etwa 138 x 122 Meter groß. Zwischen den Gebäuden wurde Abstand gehalten, damit die Lauf auf dem Platz zirkulieren konnte. Auf der anderen Seite der Wrangelstraße wurde das große Exerzierhaus mit einer Höhe von 5 - 6,5 Metern, das Offizierskasino und ein weiterer, aber kleinerer Exerzierplatz, der durch das Exerzierhaus vor dem Wetter geschützt wurde, untergebracht.

Am Offizierskasino war ein Garten angeschlossen, ein Relikt des Itzig'schen Gartens, der sogenannte Judengarten, der zum Wohlbefinden der Offiziere beitragen sollte.

 

Die Baukosgten betrugen damals 275.800 Mark. Die Gebäude hatten meistens vier Geschosse, während die Riegel zwischen dem Hauptportal und den Eckttürmen drei Geschose aufwiesen. Im Untergeschoss waren der Speisesaal, Küche und Vorrratsräume. Wahrscheinlich hatten allle Räume Holzfußböden. Die Soldaten waren in den drei Geschossen untergebracht, die Unteroffiziere im Mitteltrakt und in den Flanken.

 

In der Mitte und an den Enden waren die Gebäude betont, dies sieht man gut an dem noch erhaltenen Teil der Kaserne, der heutigen Schule. Die Fassade ist aus Rohziegeln und nicht verputzt. Auffällig ist die Horizontale durch die Gurtgesimse über dem Sockel- und dem Erdgeschoss und durch das auskragende Gesims als vertikaler Gebäudeabschluss.

 

Die Fassade wird durch die paaarweise angeordnenten Fenster gegliedert, die Rundbogen haben. Das auskranemde Gesims, das über dem obersten Geschoss ist, ist aus aneinander gereihten Kragkonsolen mit Gedison und Sima aus Terratkoten gebildet. Der Mittelbau hat oktogonale Türme, die Friese aus verzierten Tonplatten mit antiken Helmen, Schilden und Muskelpanzern aufwiesen. Über dem Kranzgesims ist eine Attika mit massiven Backsteinpfeilern an den Ecken.

15.10.2007  Johann Penon